Das Ziel der gemeindepsychiatrischen Versorgung ist in erster Linie eine inklusive und vorrangig ambulante Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen.

Dabei sind wichtige Stützpfeiler die positive Krisenbewältigung, die Beteiligung von Angehörigen und der Aufbau neuer Interventionen. Ebenso ist die Verknüpfung der verschiedenen Bereiche wichtig, um durch das Vorhalten eines transparenten Unterstützungsnetzwerkes eine ideale Versorgung sicherzustellen und nach Möglichkeit auch stationäre Unterbringungen zu verhindern. Gerade neue und moderne, die standardisierten Versorgungsbausteine ergänzende, Angebote können das psychische Wohlbefinden der betroffenen Menschen entscheidend positiv beeinflussen.

Ambulante Soziotherapie bietet alltagsnahe Unterstützung auf dem Weg zur eigenständigen Lebensführung. Sie findet im häuslichen Umfeld der Patient*innen statt und richtet sich vorrangig an Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die Begleitung auf dem Weg zur eigenständigen Lebensführung benötigen. Ziel ist es, die Belastbarkeit, Motivation und Ausdauer der Patient*innen durch praktisches Training zu verbessern. Es sollen eine passende Tagesstruktur und Strategien für das planvolle Denken und Handeln sowie für die Lösung von Konflikten erarbeitet werden. Die ambulante Soziotherapie kann in einem Umfang von maximal 120 Stunden über einen Zeitraum von drei Jahren in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist die Verordnung von Fachärzt*innen für Psychiatrie, Neurologie, Nervenheilkunde oder Psychotherapeut*innen. Auch Hausärzt*innen können die ambulante Soziotherapie in einem Umfang von fünf Stunden verordnen, um Patient*innen so ein niederschwelliges Hilfsangebot zur Verfügung zu stellen.

MSBB (Mind, Soul & Body in Balance) ist ein von der Zentralen Prüfstelle für Prävention anerkanntes Präventionsprogramm. Es handelt sich um ein achtsamkeitsbasiertes Stressbewältigungsprogramm, das auf dem Hintergrund des bio-psycho-sozialen Ansatzes die Bereiche Stressbewältigung mit den Themen gesunde Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte und Umgang mit Gefühlen beinhaltet.

psyCardea ist ein ambulantes Angebot für beihilfeberechtigte Personen  im Kontext der Integrierten Versorgung, welches Betroffene nutzen können, um bedarfsorientiert in seelischen Krisen begleitet zu werden. Es richtet sich an Menschen, die sich in einer akuten Überlastungs- und Krisensituation befinden. Dabei wird besonders, basierend auf einer ressourcen- und lösungsorientierten Grundhaltung, die Wiederherstellung von Resilienz und Selbstwirksamkeit, bei Bedarf unter Einbeziehung des familiären und beruflichen Umfeldes, gefördert.

Zielgruppe:

Die Veranstaltung ist für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeut*innen sowie für Kinder- und Jugendpsychoterapeut*innen und Hausärzt*innen geöffnet.

Veranstlatungsformat:

Die Veranstaltung findet als Online-Fortbildung statt und soll über die neuen Angebote in den regionalen Versorgungsstrukturen im Großraum Paderborn und den benachbarten Kreisen informieren. Den Einwahllink für Cisco Webex erhalten Sie vor Veranstaltungsbeginn per Mail.

Für diese Veranstaltung sind bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe 3 Fortbildungspunkte beantragt.

Eine Anmeldung ist bis zum 30.11.2021 möglich.

Veranstalter: SPI Paderborn e. V.

Datum: 01.12.2021,  15:00 – 16:30 Uhr

Ärztliche Leitung: Tarek Abwini, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie & Psychotherapie

Programm:  

15:00 – 15:30 Uhr  Ambulante Soziotherapie (Referenten: Irmgard Alboth [Dipl. Pädagogin] und Johannes Tack [Dipl. Sozialarbeiter, Vorstand SPI Paderborn e. V.])

15:30 – 16:00 Uhr MSBB (Referent: Prof. Dr. Dr. Martin Hörning [Co-Autor des Präventionsprogramms MSBB Mind, Soul & Body in Balance])

16:00 – 16:30 Uhr psyCardea (Referent: Johannes Tack)

 

 

„Seelenlandschaften“ – Einführung in die psychiatrischen Krankheitsbilder ist eine Fortbildungsreihe, in der alle wesentlichen psychiatrischen Krankheitsbilder in allgemein verständlicher Sprache hinsichtlich ihrer Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeit, Häufigkeit, Einschränkung der sozialen und beruflichen Teilhabe sowie ihrer gesellschaftlichen Relevanz dargestellt werden.

Zielgruppe:

Die Fortbildung richtet sich an alle Menschen, die im beruflichen Kontext mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, u. a. Ärzt*innen, Psycholog*innen (in Ausbildung), Sozialarbeiter*innen etc.

Inhalte:

In der Fortbildung wird dargelegt, wie ein psychopathologischer Befund erhoben wird, wie aus Symptomen und Syndromen Diagnosen gestellt werden und wie Krankheitsbilder damit differenziert beschrieben werden können.

Anhand der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) werden bio-psycho-soziale Aspekte und Krankheitsfolgen unter Berücksichtigung fördernder und hemmender Kontextfaktoren sowie die damit verbundenen Einschränkungen der sozialen und beruflichen Teilhabe erfasst. Die Häufigkeit und  gesellschaftliche Relevanz der einzelnen Krankheitsbilder wird dargestellt. Allgemeine Therapieprinzipien werden erklärt und darauf aufbauende jeweils spezifische Behandlungsmöglichkeiten der einzelnen Erkrankungen vorgestellt. Dabei liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf dem Vorbeugen weiterer Erkrankungen, der Entwicklung von Resilienz im Sinne einer Verbesserung der Widerstandskraft.

Termine: 

Donnerstag, 04.11.2021, 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Donnerstag, 11.11.2021, 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Veranstaltungsort: SPI Zentrum, Lindenweg 5, 33098 Paderborn, Raum 233, 2. OG

Veranstalter: SPI Paderborn e. V.

Kosten: 85,- €

Referent*innen:

Ulrich Saur
Facharzt für Psychiatrie, Leitender Arzt RPK Paderborn

Eine Anmeldung ist online bis Dienstag, 02.11.2021, möglich. Die Platzzahl ist auf 20 Teilnehmer*innen limitiert.

Hinweis:

Für die Veranstaltung gilt die 2G-Regelung, das bedeutet, dass nur vollständig Geimpfte und Genesene an der Fortbildung teilnehmen dürfen. Ein entsprechender Nachweis ist bei der Veranstaltung vorzulegen. D. h.

  • genesen:
    Als genesen gilt, wer eine überstandene Covid-19 Infektion durch Vorlage des entsprechenden PCR Nachweises erbringt, mind. 28 Tage, nicht älter als ein halbes Jahr alt.
  • geimpft:
    Als vollständig geimpft gelten die Personen, deren Zweitimpfung (Ausnahme Johnson & Johnson Impfung – nur eine Dosis) mindestens 14 Tage zurückliegt.

Bitte beachten Sie auch unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen