Autismus-Spektrum-Störung im Bereich Betreutes Wohnen – Spannungsfeld zwischen Eingliederungshilfe, Diagnose und alltäglichen Herausforderungen
Menschen im Autismus-Spektrum zu begleiten, stellt Fachkräfte in der Assistenz in eigener Häuslichkeit vor besondere fachliche und alltägliche Herausforderungen. Unterschiedliche Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen, individuelle Bewältigungsstrategien und besondere Bedürfnisse können sich unmittelbar auf die Gestaltung der Assistenz und die Zusammenarbeit im Betreuungsalltag auswirken.
Gleichzeitig bewegen sich Fachkräfte in einem Spannungsfeld zwischen den individuellen Besonderheiten des Autismus-Spektrum s, diagnostischen Einordnungen und dem Auftrag der Eingliederungshilfe. Ein fundiertes Verständnis der Besonderheiten von Autismus bildet daher eine wichtige Grundlage, um Verhalten besser einordnen, Unterstützungsbedarfe erkennen und angemessene pädagogische Handlungsmöglichkeiten entwickeln zu können.
Die Fortbildung vermittelt zunächst grundlegende Kenntnisse zum Autismus-Spektrum und seiner historischen Entwicklung. Darüber hinaus wird die diagnostische Einordnung des Autismus-Spektrum s auf Grundlage der ICD-10 betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuropsychologischen Besonderheiten und der Frage, wie sich diese auf Wahrnehmung, Verhalten und die alltägliche Lebensgestaltung von Menschen mit Autismus auswirken können.
Darauf aufbauend werden unterschiedliche Bewältigungsstrategien von Menschen mit Autismus betrachtet. Dabei geht es darum, individuelle Verhaltensweisen und Reaktionen besser zu verstehen und daraus angemessene Handlungsmöglichkeiten für die pädagogische Arbeit abzuleiten.
Auch das familiäre und soziale Umfeld wird in den Blick genommen. Unter dem Gedanken „Niemand ist allein behindert“ wird die Bedeutung der Familie im Kontext des Autismus-Spektrum s thematisiert. Die Perspektive richtet sich damit nicht ausschließlich auf die einzelne Person, sondern berücksichtigt auch die Wechselwirkungen zwischen der begleiteten Person, ihrem Umfeld und den Anforderungen des Alltags.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf konkreten Möglichkeiten der Assistenz in eigener Häuslichkeit. Die Teilnehmenden setzen sich mit allgemeinen Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte auseinander und erarbeiten Möglichkeiten, wie Menschen mit Autismus im Rahmen der Eingliederungshilfe individuell und alltagsnah unterstützt werden können.
Im Praxismodul werden schließlich Methoden zur Strukturierung des Alltags in Anlehnung an TEACCH vorgestellt. Strukturierung und Orientierung können dabei wichtige Instrumente sein, um Anforderungen nachvollziehbarer zu gestalten und die Selbstständigkeit der begleiteten Menschen zu unterstützen.
Die Fortbildung verbindet fachliche Grundlagen mit Praxisvertiefung und kollegialer Fallbesprechung. Konkrete Fragestellungen und Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag können aufgegriffen und gemeinsam reflektiert werden. Dadurch werden die vermittelten Inhalte unmittelbar auf die eigene berufliche Praxis übertragen.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich gezielt an Mitarbeitende im Ambulant Betreuten Wohnen/ Assistenz in eigener Häuslichkeit, die Menschen im Autismus-Spektrum im Rahmen der Eingliederungshilfe begleiten.
Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Fachkräfte, die im Betreuungsalltag mit Fragen zu Diagnostik, Wahrnehmung, Verhalten, Bewältigungsstrategien, Alltagsstrukturierung und individueller Unterstützung von Menschen mit Autismus konfrontiert sind.
Die Fortbildung eignet sich sowohl für Mitarbeitende mit ersten Berührungspunkten zum Thema Autismus als auch für Fachkräfte, die ihre Kenntnisse vertiefen und ihre Handlungsmöglichkeiten in der täglichen Arbeit erweitern möchten.
Termin
17.11.2026
Veranstaltungsort
SPI Zentrum
2. OG, Raum 233
Trainer
Philipp Killian, Dipl. Sozialpädagoge / Sozialarbeiter, staatlich anerkannter Erzieher, Systemischer Berater, Systemischer Therapeut und Systemischer Familientherapeut.
Anmeldung
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