Neuer Lebensabschnitt mit Perspektive: 15 junge Menschen starten in die kooperative Reha-Ausbildung

Das Arbeitstrainingszentrum (ATZ) des SPI Paderborn e. V. begleitet Jugendliche mit besonderem Förderbedarf auf ihrem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt

 

Für 15 junge Frauen und Männer hat am 31.08.2026 im Arbeitstrainingszentrum (ATZ) des SPI Paderborn e. V. ein bedeutsamer neuer Lebensabschnitt begonnen. Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ist eine neue Maßnahme der kooperativen Reha-Ausbildung („Reha Koop“) gestartet. Sie bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder Förderbedarf eine maßgeschneiderte Chance, eine vollwertige Berufsausbildung zu absolvieren und nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Gezielte Unterstützung für individuelle Wege

Der Übergang von der Schule in den Beruf stellt viele junge Menschen vor große Herausforderungen. Für Jugendliche mit gesundheitlichen oder psychischen Belastungen sind diese Hürden oft besonders hoch. Das kooperative Modell der Reha-Ausbildung setzt genau hier an: Die fachpraktische Ausbildung findet in regionalen Partnerbetrieben im Hochstift statt, während das ATZ die fachtheoretische Qualifizierung, den Stütz- und Förderunterricht sowie die kontinuierliche sozialpädagogische Begleitung sicherstellt.

„Mit dem heutigen Start der Reha-Koop eröffnen wir 15 jungen Menschen eine echte Perspektive für ihr beginnendes Berufsleben. Unsere Aufgabe ist es, einen geschützten und gleichzeitig realitätsnahen Rahmen zu schaffen, in dem individuelle Stärken entfaltet und Hürden Schritt für Schritt abgebaut werden. Wir glauben an das Potenzial jedes Einzelnen und begleiten sie mit Herz und Fachkompetenz auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft“, so Bartholomäus Rymek (Leitung Arbeitstrainingszentrum (ATZ), SPI Paderborn e. V.).

Hand in Hand: Förderunterricht und Bildungsbegleitung

Um den Anforderungen der Berufsschule gewachsen zu sein und fachliche Wissenslücken gezielt zu schließen, erhalten die Auszubildenden engmaschigen Stütz- und Förderunterricht. Dieser wird individuell an den jeweiligen Ausbildungsberuf und den aktuellen Lehrstoff angepasst.

„Erfolg beim Lernen entsteht dann, wenn Druck durch Motivation und individuelle Förderung ersetzt wird. Im Stützunterricht arbeiten wir gezielt an den fachlichen Grundlagen und bereiten die Auszubildenden optimal auf die Berufsschule und Prüfungen vor. Jeder Lernerfolg stärkt das Selbstvertrauen ungemein“ Axel Neumann (Förderlehrer im ATZ).

Neben dem Unterricht spielt die ganzheitliche Begleitung im Alltag eine entscheidende Rolle. Bildungsbegleiter*innen unterstützen die Jugendlichen bei der Orientierung im Betrieb, bei organisatorischen Fragen sowie bei persönlichen Herausforderungen und Krisen.

„Wir lassen die Auszubildenden und die Kooperationsbetriebe auf diesem Weg nicht allein. Als Bildungsbegleitung bilden wir die Brücke zwischen ATZ, Betrieb, Berufsschule und den jungen Menschen selbst. Eine vertrauensvolle Bindung und die enge Abstimmung aller Beteiligten sind der Schlüssel, um Ausbildungsabbrüche gar nicht erst entstehen zu lassen“ Bettina Schlesinger (Bildungsbegleiterin im ATZ).

Starkes Netz mit der regionalen Wirtschaft

Ein zentraler Baustein des Modells ist die enge Vernetzung mit Handwerks-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben im Kreis Paderborn. Das ATZ berät und entlastet die Betriebe bei der Gestaltung des Ausbildungsalltags und bei formalen Fragen. Ziel ist es, dass die Teilnehmer*innen im Laufe der Ausbildung schrittweise so gut stabilisiert und qualifiziert werden, dass sie direkt in ein reguläres betriebliches Ausbildungsverhältnis oder eine Beschäftigung übernommen werden können.