Protestmarsch „Teilhabe jetzt – einfach machen!“

 

Am 9. Mai 2026 wurde die Innenstadt von Paderborn erneut zu einem starken Zeichen für Zusammenhalt, Teilhabe und gelebte Inklusion. Unter dem Motto „Teilhabe jetzt – einfach machen!“ versammelten sich mehr als 300 Menschen mit und ohne Behinderung, Angehörige, Unterstützer*innen sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft einzustehen. Bereits am Startpunkt an der Herz-Jesu-Kirche war die besondere Atmosphäre spürbar: laut, bunt, emotional und gleichzeitig voller Hoffnung. Der Protestmarsch machte deutlich, dass Inklusion keine Randforderung ist, sondern ein grundlegendes gesellschaftliches Anliegen. 

Durch den gesamten Tag führte moderierend Annika Hogrebe von der Stiftung Bethel, die immer wieder den Gemeinschaftsgedanken in den Mittelpunkt stellte. Mit klaren Worten und viel Gefühl verband sie die einzelnen Programmpunkte miteinander und brachte die Stimmung des Tages auf den Punkt: „Dieser Tag zeigt, dass wir nur gemeinsam wirklich etwas verändern können.“ Immer wieder wurde deutlich: Es geht nicht nur um Forderungen, sondern um Menschen, Geschichten und das Recht, Teil eines Ganzen zu sein. 

Auch Bartholomäus Rymek, Leitung ATZ des SPI Paderborn e.V.  betonte in seinem Beitrag die Bedeutung des gemeinsamen Engagements und der vielen eingegangenen Wünsche und Forderungen. „Der Protest gehört den Menschen, die Veränderung wollen“, erklärte er und machte deutlich, wie wichtig es sei, die Stimmen der Betroffenen sichtbar und hörbar zu machen. Die hohe Beteiligung und die vielen eingereichten Anliegen zeigten eindrucksvoll, wie groß der Wunsch nach echter gesellschaftlicher Teilhabe in allen Lebensbereichen wie u.a. Wohnen, Arbeit, Mobilität und Freizeit weiterhin ist. 

Besonders bewegend war der Beitrag von Eduard Edel, der offen über seine persönliche Situation sprach. Edel lebt selbst mit Multipler Sklerose und positionierte sich klar zum Thema Mobilität und Barrierefreiheit. Seine Worte sorgten für einen stillen, aber eindringlichen Moment: „Nur 3–5 Prozent der Menschen mit Behinderung werden mit einer Behinderung geboren – über 90 Prozent bekommen sie im Laufe ihres Lebens.“ Mit seinem persönlichen Blick machte er deutlich, dass Inklusion letztlich jede und jeden betreffen kann und gesellschaftliche Teilhabe daher kein Sonderthema sein darf. 

Neben den politischen Botschaften prägten auch die musikalischen und kreativen Beiträge den Tag. Für emotionale und mitreißende Momente sorgten mehrere musikalische Acts, die den Protestmarsch begleiteten und die Vielfalt der Veranstaltung widerspiegelten. Den Auftakt machte Life mit einem energiegeladenen Auftritt, der sofort für Stimmung sorgte und viele Menschen mitriss. Im weiteren Verlauf begeisterte Matthias Lüke das Publikum mit seiner Musik und emotionalen Bühnenpräsenz. Den kraftvollen Abschluss bildeten schließlich Michael Hogrebe gemeinsam mit einem eindrucksvollen Rap-Beitrag von Fusy. Mit starken Texten, klaren Botschaften und viel Energie wurde der musikalische Schlusspunkt des Tages gesetzt – laut, emotional und voller Haltung. 

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt einer inklusiven Tanzgruppe, die mit ihrer Choreografie eindrucksvoll zeigte, wie selbstverständlich Vielfalt und Gemeinschaft zusammengehören. Am Rathaus wurden anschließend die gesammelten Forderungen öffentlich vorgetragen und symbolisch an die stellvertretende Bürgermeisterin übergeben. Über 300 Menschen erhoben dabei gemeinsam ihre Stimmen für mehr Barrierefreiheit, bessere Mobilität, echte Mitbestimmung und eine Gesellschaft, in der niemand ausgeschlossen wird. 

Die Resonanz aus der Bürgerschaft war durchweg positiv. Viele Passantinnen und Passanten reagierten mit Zuspruch, Applaus und Interesse. Der Protestmarsch zeigte eindrucksvoll, wie viel Mut, Engagement und Zusammenhalt in der Region vorhanden sind. Am Ende blieb vor allem eine Botschaft: Wir wollen eine inklusive Gesellschaft sein – und Teil eines Ganzen. Denn Inklusion ist kein Trend, es ist ein Menschenrecht.