Freud und Leid im Seelen-Dschungel – Netzwerkgespräch 2.0 am 26.06.2019 in Paderborn

Schnittstellenmanagement der psychiatrischen Versorgung in Stadt und Kreis Paderborn

Trotz hochsommerlicher Temperaturen nahmen 51 Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen am Netzwerkgespräch 2.0 unter der Moderation von Sylvia Polte, Vorstand SPI Paderborn e. V., in Paderborn teil.

Psychiater, Ärzte, Stationsleitungen aus den psychiatrischen Kliniken, Sozialarbeiter und Psychologen diskutierten in vier World Cafés über verschiedene Themen aus den Bereichen Schnittstellenmanagement und gemeindenahe psychiatrische Versorgung.

Das Netzwerkgespräch 2.0 wurde als Fortsetzung der Auftaktveranstaltung des vergangenen Jahres organisiert.

Schon bei der Begrüßung und Vorstellung des Konzeptes des „World Café“ erwähnte Johannes Tack, Vorstand SPI Paderborn e. V., den Nutzen und die Nachhaltigkeit des ersten Netzwerkgespräches aus 2018. Seither hat sich der Austausch zwischen den verschiedenen Personen und Institutionen deutlich verbessert.

Im Laufe des letzten Jahres haben diverse Kleingruppentreffen verschiedener Fachgruppen stattgefunden, um sich genauer kennenzulernen, „Notstände“ zu besprechen und die Zugangswege für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Stadt und Kreis Paderborn zu verkürzen.

Das World Café „Prozessoptimierung der Angebots- und Zugangswege“ wurde von der Chefärztin und ärztlichen Direktorin der LWL-Klinik Paderborn, PD Dr. med. Christine Norra und der Oberärztin des Ambulanz-Zentrums der LWL-Klinik Paderborn, Anja Hörstmann, geleitet. Wesentliche Ergebnisse aus der Diskussion in diesem World Café waren, dass die Übergänge zwischen stationären Klinikaufenthalten und Anschlussangeboten bzw. Nachsorge verbessert werden müssen. Zudem sollte der persönliche Kontakt zwischen Therapeuten und Ärzten ausgebaut werden und ein umfassendes Informationssystem für Patient*innen und Stationsteams erarbeitet werden.

Im World Café zum Thema „Optimierung der Versorgungsmöglichkeiten“ unter der Moderation von Angelika Enzian, Psychologische Psychotherapeutin, wurde über Möglichkeiten der Bedarfsermittlung und über verbesserte Angebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen diskutiert.

Das Word Café „Kontakt Café SPI Paderborn e. V. – In Kontakt treten!“ wurde von Johannes Tack geleitet. Im Gespräch mit den Café-Besucher*innen informierte er über die komplexen und vielseitigen Angebote des SPI, die über die Grenzen des Stadt- und Kreisgebietes Paderborn hinausgehen. Weiterhin wurde das Modellprojekt der Gemeindepsychiatrischen Basisversorgung (GBV) vorgestellt, das SPI und LWL-Klinik gemeinsam umsetzen werden. Auch das neue SPI Zentrum auf dem Gesundheitscampus des Brüderkrankenhauses St. Josef, das der SPI Paderborn e. V. mit verschiedenen Abteilungen im vierten Quartal dieses Jahres beziehen wird, stieß auf großes Interesse.

Johannes Sprengel, niedergelassener Nervenarzt aus Paderborn, tauschte sich in seinem World Café „Art Café – Die Kunst der Vernetzung“ mit den Café-Besucher*innen über die Wichtigkeit der Vernetzung in der psychiatrischen Versorgung aus. Es wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung des Netzwerkgespräches und nach Kleingruppentreffen geäußert. Auch der Einsatz von Case Manager*innen als „Lotsen“ in der Versorgungslandschaft wurde in seinem World Café diskutiert.

Im Anschluss an die World Cafés stellten die „Café-Betreiber*innen“ die Ergebnisse aus den einzelnen World Cafés vor und es fand eine Abschlussdiskussion unter der Moderation von Sylvia Polte, Vorstand SPI Paderborn e. V., statt.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass es eine Fortsetzung dieses Formats geben soll.

Der SPI Paderborn e. V. bedankt sich besonders bei Kerstin Voss von der Firma Janssen-Cilag GmbH für die Organisation und die Unterstützung.

Beitrag verfasst am 27. Juni 2019