„Auch bei chronischen psychischen Erkrankungen können Therapien helfen“. Es herrscht noch ein erhebliches Versorgungsdefizit. 


Mit der Psychotherapie von chronischen psychischen Erkrankungen beschäftigte sich ein Workshop des Reha-Hauses Paderborn der Sozialpsychiatrischen Initiative e.V.

Zu einem Workshop des Rehabilitationshauses Paderborn, einer medizinischen Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke des SPI Paderborn e.V.. trafen sich am Mittwoch und Donnerstag 22 Teilnehmer unterschiedlicher Berufsgruppen im BTZ Paderborn. Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegekräfte informierten sich in dem Workshop über ein neuartiges Therapieverfahren zur Behandlung chronisch verlaufender Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Angststörungen.

Nach wie vor besteht insbesondere bei der Behandlung von schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen ein erhebliches Versorgungsdefizit, erklärte Ulrich Saur, Leitender Arzt des Reha-Hauses. Häufig würden diese Patienten trotz vorangegangener stationärer

und ambulanter Behandlungen noch kein tragfähiges Krankheitskonzept haben, auf dessen Grundlage sie Regulationsstrategien entwickeln könnten. Das psychische Funktionsvermögen ist häufig stark eingeschränkt, die Arbeitsfähigkeit aufgehoben. Insbesondere bei schwerer verlaufenden psychischen Erkrankungen seien häufig negative Lebenserfahrungen, Traumatisierungen zu finden, weswegen die Behandlung besonders schwierig sei. Hierbei habe sich ein neuartiges Psychotherapieverfahren bewährt.

Frau Zens vom Schematherapeutischen Institut Hamburg leitete als ausgewiesene Expertin den Workshop, der eine gute Resonanz unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefunden hatte. Frau Zens erklärte, dass Schwerpunkte der Schematherapie die Erklärung der aktuellen Probleme anhand der negativen lebensgeschichtlichen Erfahrungen sind. Es gilt im Rahmen der Therapie einen Zugang zu positiven Gefühlen sowie eine Orientierung an den individuellen Bedürfnissen zu finden.

Vorteil der Schematherapie sei die Anwendbarkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern. Im Workshop wurden die Behandlungstechniken mithilfe von Live- und Videodemonstrationen und Rollenspielen vermittelt. Auch wurden eigene Fallbeispiele besprochen.

Ulrich Saur der die Fortbildung auch organisiert hatte, erklärte, dass mindestens einmal jährlich  Workshops des Reha-Haus Paderborn zu aktuellen Themen stattfinden. Es sei darüber hinaus das Ziel des SPI Paderborn einrichtungsübergreifend neue Konzepte und Therapiemöglichkeiten für Menschen mit schwereren psychischen Erkrankungen zu vermitteln, zu entwickeln und in diesem Bereich auch mit anderen Einrichtungen zusammen zu arbeiten, ergänzte Johannes Tack Vorstand der SPI.

Aus diesem Grund fand die Veranstaltung auch in den Räumlichkeiten des BTZ Paderborn statt.

Das Foto zeigt die Referentin Frau Christine Zens, Frau Ertl Geschäftsführerin BTZ, JohannesTack Vorstand SPI sowie Ulrich Saur, Leitender Arzt des Reha-Hauses Paderborn.

 

 


 

Beitrag verfasst am 25. Mai 2017